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50 Jahre Pauluskantorei - Ein Rückblick

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Aktualisiert (Sonntag, 12. Juni 2016 um 18:19) Geschrieben von: Gerta Klaßen Sonntag, 12. Juni 2016 um 16:52

Am 5. Juni 2016 beging die Pauluskantorei ihr 50jähriges Chorjubiläum. Im Rahmen des Konzertes zum Chorjubiläum blickte Chormitglied Gerta Klaßen auf die Geschichte des Chors zurück:

"Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, lieber Gäste dieses Konzertes, vor allem auch liebe ehemalige Mitglieder der Pauluskantorei,

mit dem Lied des 1945 geborenen, noch lebenden britischen Komponisten John Rutter, haben wir sie eben begrüßt. Es ist ein großes Lob der Schöpfung, ein Lob der Jahreszeiten der Blumen, des Wachsens und Gedeihens.

Programm des Jubiläumskonzerts (pdf)

Und es passt zu einem solchen Jubiläum, denn auch die menschliche Stimme in ihrer Komplexität und mehr noch die Entwicklung der Musik sind ein kleiner Teil der Schöpfung oder Evolution. Das menschliche Sich-Entwickeln auf den verschiedenen Ebenen und in den unterschiedlichen Bereichen der Kultur ist - je nachdem wie wir es ausdrücken wollen und trotz der Abgründe menschlichen Tuns - etwas Wunderbares oder sogar ein staunenswertes Wunder.

 

alle Bilder: Elisabeth Bergmann

 

Und so sind in der menschlichen Geschichte die Bäckerei und die Metzgerei und die Schreinerei und eben auch die Kantorei entstanden. Sie alle sind Werkstätten des menschlichen Tuns und sie verbindet einiges: es gibt den Meister der jeweiligen Werkstatt, es gibt Rohstoffe, die ver- oder bearbeitet werden, es gibt Werkzeuge.

Eine Kantorei ist für mich eine Art Liederwerkstatt: die Rohstoffe sind die Kompositionen, die Meister sind die Chorleiter und Leiterinnen und wir Sänger und Sängerinnen sind die Werkzeuge, unsere Lungen und Stimmbänder, unser Zwerchfell, unser Atem, unsere Mundhöhle – unser ganzer Körper ist das Instrument und Werkzeug, mit dessen Hilfe der Meister oder die Meisterin den Rohstoff, der ja oft das Gegenteil von roh, sondern sehr fein und kunstvoll ist, bearbeitet und belebt.

Die Pauluskantorei hat in ihrem 50-jährigen Dasein ihre erste Meisterin 35 Jahre gehabt: Christel Winkelhage. Vielen Dank, Christel, für das, was Du für diese Kantorei getan hast.

 


 

Seit 15 Jahren leitet Thomas Becker nun die Werkstatt und schleift die Werkzeuge.

Das Rohmaterial ist vielfältig: Heinrich Schütz und Mozart, Rossini und die Mönche von Taizé, Johann Sebastian Bach und Arvo Pärt und auch Thomas Becker selbst haben es bisher zur Verfügung gestellt.

Eine Bäckerei verkauft Brot und Gebäck, eine Metzgerei Koteletts, eine Schreinerei Möbel, eine Kantorei von unserer Art lädt oft ein hat auch etwas anzubieten, nämlich immaterielle Wohltaten für die Seele und auch die Sinne. Davon profitieren sowohl wir Sänger als auch - hoffentlich - unsere  Zuhörer. Dafür braucht es allerdings eine materielle Basis: Unterstützer und Spender, Sponsoren und Freunde. Wir haben sie zum Glück immer gehabt – in den Mitgliedern des Vereins der Förderer und Freunde der Pauluskantorei, in einzelnen Persönlichkeiten. Dafür unser Dank.

 


 

Unser besonderer Dank gilt den beiden Pfarrern Ulrich Hoffmann und Klaus Völkl mit ihren Ehefrauen. Elisabeth Hoffmann hat übrigens mit zu den Gründungsmitgliedern der Kantorei gehört. Sie fördern und begleiten uns mit ihrer Aufmerksamkeit und auch mit ihrem Lob. Und letztlich ist uns natürlich auch bewusst, dass es die Institution evangelische Kirche und die Kirchensteuerzahler sind, die einen Teil dieses Tuns finanzieren.  In der evangelischen Kirche war und ist die Kirchenmusik ein wesentlicher Teil der Verkündigung.

 


 

Und nun lassen Sie sich mitnehmen durch eine Stunde mit zum großen Teil romantischer Musik. Es geht nicht nur um die Buntheit und Wärme in dieser Jahreszeit. Der Sommer wird besungen und die Musik, das wilde Herz und der Mond - und auch die Melancholie hat ihren Platz – besonders in den Liedern von Schubert, die die Sopranistin Gertraud Talhammer singt, der wir übrigens dankbar für ihre Stimmbildung sind, die sie ungefähr einmal im Monat mit uns macht. Wenn ich Thomas Becker richtig verstanden oder gedeutet habe, werden Sie den Stimmungsbogen, den dieses Konzert spannt, schon durch die Musik also quasi von alleine erfassen. Auch für uns Sängerinnen und Sänger ist das ja eine Überraschung. Das Konzert endet jedenfalls mit einem Stück des Komponisten, mit dem es auch begonnen hat. Das Stück heißt „The Lord bless you“, es wurde auch zum 60. Hochzeitstag von Queen Elizabeth und Prinz Philipp gesungen. Es ist also ein musikalischer Segenswunsch, der mit dem schönen, alten, bestätigenden Wort AMEN endet. So soll es sein. Ich wünsche Ihnen eine schöne Stunde."

 


 

Gerta Klaßen